Ausstellungen im Stadtmuseum Innsbruck

online – ab 3. November 2024

Fatti di Innsbruck

Hyperlink zur Online-Ausstellung

https://fatti.stadtarchiv-innsbruck.at

Kurz-Information

In der Nacht vom 3. auf den 4. November 1904 kam es in der Innsbrucker Innenstadt zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen italienischsprachigen Studenten und der deutschsprachigen Bevölkerung. Im Zuge des daraufhin angeordneten Militäreinsatzes starb der Maler August Pezzey, zahlreiche weitere Personen wurden verletzt, es gab große Sachschäden. In den darauffolgenden Tagen wütete der Mob im gesamten Stadtgebiet gegen italienischsprachige Personen und Geschäftstreibende. In der Geschichtsschreibung werden diese Unruhen als Fatti di Innsbruck („Ereignisse von Innsbruck“) bezeichnet.

Auslöser war die Eröffnung einer Rechtsfakultät mit italienischer Unterrichtssprache im Innsbrucker Stadtteil Wilten. Diese Fakultät sollte den lang gehegten Wunsch der italienischsprachigen Bevölkerung der Habsburgermonarchie nach einer eigenen Universität zumindest ansatzweise befriedigen. Für Studenten und Professoren italienischer Muttersprache stellte der Tag daher einen Freudentag dar. Die Mehrheit der Innsbrucker Bevölkerung betrachtete die Errichtung der Fakultät in der „deutschen“ Stadt Innsbruck hingegen als Provokation.

Die Ausschreitungen fanden breiten Widerhall in der nationalen und internationalen Presse. Im Innsbrucker Stadtarchiv findet sich eine Sammlung von rund 4.500 Zeitungsberichten aus der österreichischen und internationalen Presse dazu, die einmalige Einblicke in die Wahrnehmung der Fatti bieten.

Im Zuge eines Kooperationsprojekts zwischen der Universität Innsbruck und dem Stadtarchiv Innsbruck wurde diese Sammlung nun erstmals näher erforscht. Die Zeitungsausschnitte wurden dazu digitalisiert, in einer Datenbank erfasst und im Zuge einer Forschungswerkstatt von Gunda Barth-Scalmani und Kurt Scharr mit Studierenden untersucht. Ziel war es, die Rolle des Massenmediums Zeitungen und die Rezeption des Konfliktes in unterschiedlichen Ländern näher zu erforschen.

Galerie

Presseberichte

Innsbruck erinnert sich