Zum Anlass des 90. Geburtstags zeigte das Stadtarchiv/Stadtmuseum in seiner den „ruhigen Künstlern“ Tirols gewidmeten Ausstellungsreihe einen der wohl ruhigsten unter ihnen, den Innsbrucker Maler und Zeichner Peter Prandstetter. Seit seiner „Entdeckung der Malerei“ um 1950 ist Peter Prandstetter aus der Kunstlandschaft Tirols nicht mehr wegzudenken.
Die Ausstellung unter dem Namen CODA kreiste um das gleichnamige 24. Malbuch des Tiroler Künstlers, das 2013 fertig gestellt wurde. Es besteht aus 112 Seiten handgeschöpften Papiers und wurde vom Künstler sorgsam in Aquarelltechnik gestaltet. Es versammelt in sich viele durch die Jahrzehnte von ihm immer wieder bearbeitete Motive und kann im Sinne des aus der Musik kommenden Begriffes „Coda“ als zusammenfassender oder ausklingender Schlussteil (einer Komposition) verstanden werden, in diesem Fall seines Oeuvres.
Anhand der vom Kurator der Ausstellung Elio Krivdić ausgewählten Beispiele von Arbeiten in der – vom Künstler von Anfang an praktizierten – Aquarell- bzw. Zeichentechnik, von Deckfarbenmalereien sowie von Arbeiten im seit 1970 zu seinen Hauptinteressen zählenden Medium der Hinterglasbilds wurde der Schau ein gewissermaßen retrospektiver Charakter verliehen.
Auf die bis dahin noch nie thematisierten Facetten im Schaffen dieses von Kunst und Musik begeisterten Menschen wurde auch im Katalogtext des Kurators eingegangen: z. B. auf seine (im Kontext der Tiroler Kunstszene) sehr frühe Affinität zur abstrakten Ausdrucksweise, seine an Gedanken und Praktiken der konzeptuellen Malerei bzw. Zeichnung erinnernde Ansätze, oder seinen innovativen Stil in der Hinterglasmalerei, durch den er dieses in Verruf geratene Medium auf das Niveau des Zeitgenössischen hebt. Vor allem da manifestiert sich seine künstlerisch-innovative Natur, indem er durch eine gewollte Verbindung des im vornhinein ausgesuchten alten Rahmens und eines entsprechenden Glases mit der bemalten Glasfläche (dem Bild) eine untrennbare Einheit schafft, womit er das Hinterglasbild zu einem modernen Bildobjekt macht.
Diesen den (Bild)Rahmen betreffenden Gedanken verfolgt der Künstler seit seinen Anfängen um 1950 an und thematisiert ihn nicht nur im Bereich der Hinterglasmalerei oder in den auf Papier ausgeführten Werken, sondern auch im Medium des Malbuches, eines Mediums, das er seit 1980 parallel zu seinen anderen praktizierten Techniken ebenfalls verwendet (heuer im Frühjahr ist das letzte, das 26. seiner Malbücher entstanden).
Die Auseinandersetzung mit dem Gedanken des Rahmens und Einrahmens von (seinen) Bildern kam auch in der Ausstellung zur Sprache.
Ausstellungsplakat

Galerie








